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Aqara FP400: Das Smart Home erkennt Positionen, ohne zuzusehen

Gadgets · Neuigkeiten · 06. Okt. 2026 · 4 Min. Lesezeit

Der FP400 erfasst mit Radar, wo sich Menschen im Raum aufhalten, und kann daraus feinere Automationen ableiten. Aqara bietet den Sensor seit September 2026 auch für Deutschland an. Wer mehrere Zonen nutzen möchte, muss allerdings genauer auf Hub, Einrichtung und das gewählte Smart-Home-System schauen.

Anwesenheit wird zur Ortsinformation

Ein klassischer Bewegungsmelder beantwortet vor allem die Frage, ob sich etwas bewegt. Der Spatial Multi-Sensor FP400 soll zusätzlich erkennen, wo Menschen stehen oder sitzen und wie sie sich durch einen Raum bewegen. Aqara nennt dafür 60-Gigahertz-Millimeterwellenradar, die gleichzeitige Verfolgung von bis zu zehn Personen und bis zu acht definierbare Zonen. Diese Maximalwerte sind Herstellerangaben, keine garantierte Genauigkeit in jedem Wohnzimmer. [1]

Der praktische Nutzen liegt in der Unterscheidung von Bereichen. Eine Automation kann auf die Belegung der Sofaecke reagieren, während eine andere den Arbeitsplatz berücksichtigt. Voraussetzung ist, dass die Zonen im tatsächlich genutzten System verfügbar sind. Der FP400 misst außerdem die Helligkeit, sodass sich Anwesenheit und Lichtniveau kombinieren lassen. [1][2]

Matter bedeutet nicht überall denselben Funktionsumfang

Der Sensor unterstützt Zigbee und Matter über Thread. Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Teile der Verbindung: Zigbee beziehungsweise Thread transportieren die Daten, Matter regelt die Verständigung kompatibler Geräte und Plattformen. Für eine Thread-Verbindung wird passende Netzwerkinfrastruktur benötigt. [1][2]

Entscheidend ist der Einrichtungsweg. Wer den Matter-Code direkt in einer Drittplattform scannt und die Konfiguration in Aqara Home überspringt, erhält laut Anleitung nur einen allgemeinen Anwesenheits- und einen Helligkeitssensor. Benutzerdefinierte Zonen stehen auf diesem Weg nicht zur Verfügung. [2]

Bis zu acht Zonen werden zunächst in der Aqara-App eingerichtet. Ein Aqara Hub ist dafür nicht zwingend nötig: Bei vorhandenem Thread-Netz kann die App laut Hersteller auch einen Matter-Controller eines anderen Herstellers im lokalen Netzwerk nutzen. Anschließend lassen sich ein allgemeiner Anwesenheitssensor, bis zu acht Zonensensoren und ein Helligkeitssensor an unterstützte Matter-Plattformen weitergeben. Die pauschale Aussage, Thread liefere Drittplattformen grundsätzlich nur zwei Sensoren, wäre deshalb zu kurz gegriffen. [1][2]

Der Weg ohne Aqara Hub hat dennoch Grenzen. Die Einrichtung und Verwaltung erfolgen lokal; Fernkonfiguration sowie die in der Aqara-App angebotenen Automationen, Zeitstatistiken und Protokolle stehen dabei laut Anleitung nicht zur Verfügung. Manche Drittplattformen unterstützen zudem keine nachträglichen Zonenänderungen. Aqara empfiehlt deshalb, die Zonen vor der Weitergabe vollständig einzurichten. Welche Automationen anschließend möglich sind, hängt auch von der Zielplattform ab. [2]

Aufstellung und Software gehören zur Messung

Radar benötigt kein Kamerabild, ist aber nicht von der Raumgeometrie unabhängig. Aqara nennt in der Dokumentation mögliche Reflexionen, Geisterziele und Positionssprünge nahe an Wänden oder Fenstern. Montagehöhe, Neigung, Körperhaltung und Störungen beeinflussen die Erkennung. Die Reichweiten in den Unterlagen stammen aus Laborbedingungen. Daraus folgt: Zonen sollten anhand des realen Raums eingerichtet und anschließend im Alltag überprüft werden. [2]

Der Sensor benötigt eine dauerhafte USB-C-Stromversorgung. Das Kabel muss deshalb bei der Platzierung mitgedacht werden. Basic Tutorials berichtete in seinem Test vom 3. Oktober über gute Personenerkennung, bemängelte aber die sichtbare Stromverbindung. Anfangs gab es zudem Schwierigkeiten mit Google Home, die nach einem Softwareupdate im Test nicht mehr auftraten. Das zeigt, weshalb Hardwaredaten allein die Alltagstauglichkeit eines solchen Sensors nicht vollständig beschreiben. [3]

Weniger intime Rohdaten, aber weiterhin Informationen über Bewohner

Der Verzicht auf Kamera und Mikrofon ist ein greifbarer Datenschutzvorteil: Für die beschriebene Erkennung müssen weder Gesichter gefilmt noch Gespräche aufgezeichnet werden. Der Praxistest hebt genau diesen Unterschied hervor. [3] Trotzdem entstehen Informationen darüber, wann und wo Menschen anwesend sind. Werden solche Daten gespeichert oder mit anderen Diensten verknüpft, können sie Abläufe im Haushalt erkennen lassen.

Welche Daten die gewählte Installation tatsächlich weitergibt, hängt deshalb auch von App, Plattform und aktivierten Verknüpfungen ab. Aus „keine Kamera“ lässt sich weder „keine personenbezogenen Informationen“ noch „jede Kombination arbeitet vollständig ohne Cloud“ ableiten.

Was der Einstieg kostet

Aqara kündigte die Verfügbarkeit am 16. September 2026 an und nennt Deutschland ausdrücklich als Vertriebsmarkt. Im offiziellen EU-Shop kostet der FP400 am 6. Oktober 79,99 Euro. Benötigte zusätzliche Infrastruktur gehört gegebenenfalls zum Gesamtpreis. Die geöffneten Quellen belegen das deutsche und europäische Angebot; einen gesonderten schweizerischen Preis und Lagerbestand bestätigen sie nicht. [4][5]

Interessant ist der FP400 vor allem dort, wo eine einfache Bewegungserkennung zu grob ist. Sein Mehrwert entsteht durch gut eingerichtete Bereiche und passende Automationen. Wer lediglich beim Betreten eines Flurs das Licht einschalten möchte, sollte zuerst prüfen, ob er diese zusätzliche räumliche Information überhaupt braucht.

Offizielles Produktvideo

Aqara stellt den FP400 und mögliche Automationen in seinem offiziellen Video vor. Der Film zeigt Herstellerangaben und ersetzt keine Prüfung im eigenen Wohnraum.

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