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Google finanziert mehr Leistung aus elf bestehenden Kernreaktoren

Technik · Neuigkeiten · 07. Okt. 2026 · 2 Min. Lesezeit

Eine neue Vereinbarung mit Constellation soll 890 Megawatt zusätzliche Kernkraftleistung ins US-Stromnetz bringen. Der Ausbau dient auch Googles wachsenden Rechenzentren. Die ersten Erweiterungen werden für 2028 erwartet, die gesamte Mehrleistung steht noch nicht bereit.

Langfristiger Stromvertrag ermöglicht Umbauten

Google und Constellation Energy haben am 6. Oktober 2026 einen Stromabnahmevertrag über 20 Jahre angekündigt. Er soll Modernisierungen an elf Reaktorblöcken an sechs Standorten in Illinois, Pennsylvania und New Jersey ermöglichen. Constellation beziffert die damit verbundenen Investitionen auf mehr als 4,3 Milliarden US-Dollar.

Der technische Ansatz setzt bei vorhandenen Anlagen an. Verbesserungen an Turbinen, Dampferzeugern und digitalen Steuerungen sollen deren nutzbare Leistung erhöhen. Google gibt an, durch die langfristige Abnahme die wirtschaftliche Planungssicherheit für diese Umbauten zu schaffen.

890 Megawatt sind geplant, nicht bereits verfügbar

Constellation erwartet die erste Leistungserhöhung für 2028. Google nennt Ende 2032 als Ziel für die vollständigen 890 Megawatt. Es handelt sich damit um einen mehrjährigen Ausbauplan und nicht um eine bereits zugeschaltete Stromquelle. Die Zahl bezeichnet elektrische Leistung, keine jährlich erzeugte Strommenge.

Die zusätzliche Erzeugung soll in das Verbundnetz PJM fließen. Googles Rechenzentrumswachstum ist nach Angaben des Unternehmens der Anlass für die Finanzierung. Der Vertrag beschreibt dennoch keine isolierte Direktleitung von einem einzelnen Reaktor zu einem einzelnen Rechenzentrum.

Ein zweiter Vertrag betrifft vorhandene Erzeugung

Zusätzlich vereinbaren die Unternehmen eine Stromversorgung über 2.700 Megawatt für 15 Jahre aus bestehenden Erzeugungsanlagen. Diese Menge muss von den 890 Megawatt geplanter Mehrleistung getrennt werden. Wer beide Zahlen zusammenzählt und als vollständig neuen Kraftwerksausbau ausgibt, überschätzt das Vorhaben.

Die langfristigen Verträge zeigen, wie weit die Infrastruktur für KI inzwischen über Chips und Server hinausreicht. Rechenkapazität lässt sich nur nutzen, wenn auch ausreichend verlässliche Stromversorgung vorhanden ist. Ob der angekündigte Ausbau termingerecht gelingt, wird sich erst während der Umsetzung zeigen.

KI für Planung und Betrieb, mit offenen Erfolgsnachweisen

Zur Vereinbarung gehört außerdem eine fünfjährige Technologiepartnerschaft. Constellation will Google Cloud und Gemini Enterprise für Arbeitsabläufe einsetzen, etwa um Erweiterungen zu planen und die verfügbare Erzeugung besser zu nutzen. Das ist kein Nachweis einer autonom von KI gesteuerten Reaktorsicherheit.

Google stellt Vorteile für Versorgungssicherheit und Kosten in Aussicht. Solche Aussagen beschreiben die Erwartungen der Vertragspartner. Die Ankündigungen liefern noch keinen unabhängigen Nachweis gesunkener Stromrechnungen oder bereits erzielter Effizienzgewinne. Für die Bewertung werden die tatsächlich fertiggestellten Umbauten und ihre messbare zusätzliche Leistung entscheidend sein.

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